Semesterthema

„SUCHEN & FINDEN“

 

Beim Suchen nach einer Nadel in einem Heuhaufen kann man unverhofft auf einen Schatz stoßen – vorausgesetzt, man entzaubert diesen nicht mit den Worten „Wieder keine Nadel!“ Der Künstler Pablo Picasso hat „dieses Offensein für jede neue Erkenntnis im Außen und Innen“ folgendermaßen umschrieben: „Ich suche nicht – ich finde. Suchen, das ist das Ausgehen von alten Beständen und das Finden-Wollen von bereits Bekanntem. Finden, das ist das völlig Neue. Alle Wege sind offen, und was gefunden wird, ist unbekannt. Es ist ein Wagnis, ein heiliges Abenteuer.“

Während Picasso das Suchen und das Finden gewissermaßen gegeneinander ausspielt, weist Ignatius von Loyola, der Begründer der Jesuiten, auf die Zusammenhänge hin. „Gott suchen und finden in allen Dingen“, war seine Aufforderung an Studierende: „im Sprechen, im Gehen, Sehen, Schmecken, Denken, überhaupt in allem, was sie tun“. Wer Gott-suchend in die Welt blickt, der mag ihn in vielen, vielleicht allen Dingen entdecken –

Voraussetzung dafür ist die Bereitschaft, ihn nicht nur in der Kirche, sondern auch in der Welt zu finden. Eine solche Sicht mahnt zum verantwortlichen Umgang mit der Schöpfung und fordert dazu heraus, immer wieder neu auf die Wunder der Welt zu blicken und sich von ihnen inspirieren zu lassen – in Universität und Beruf, im privaten Leben, in Hobby und Ehrenamt, in der Kirche.

Wir werden uns in im Sommersemester auf dieses „heilige Abenteuer“ einlassen und dem Suchen und Finden auf unterschiedlichste Weise nachgehen. Und da – wie Picasso schreibt – „die Ungewissheit solcher Wagnisse … eigentlich nur jene auf sich nehmen“ können, die die „Gnade des Gehaltenseins“ erfahren, wird es auch in diesem Semester zahlreiche Gelegenheiten geben, Verbundenheit und Gemeinschaft zu erleben.

Herzlich willkommen in der khg!

Peter-Paul König